Familiäre Bereitschaftsbetreuung - Wenn Kinder sofort Zuhause raus müssen
Sind Kinder stark vernachlässigt oder gefährdet, muss schnell gehandelt werden. Häufig greift das Jugendamt dann auf unsere Familiäre Bereitschaftsbetreuung zurück, deren Mitarbeiter die Kinder kurzfristig in Betreuungsfamilien unterbringen.
Thomas Vieten, pädagogischer Einsatzleiter, erinnert sich noch gut an den letzten Fall: „Ich kam gerade von einem Hausbesuch, als das Jugendamt anrief. Sie bräuchten eine kurzfristige Unterbringung für drei Kinder. Eine Familienhelferin hatte den sechsmonatigen Säugling, den vierjährigen Bruder und die sechsjährige Schwester alleine in einer verwahrlosten Wohnung angetroffen und das Jugendamt informiert. Von der alkoholkranken Mutter keine Spur. Glücklicherweise haben wir noch am selben Tag zwei Familien gefunden, welche die Kinder aufnahmen. Eine Familie kümmerte sich um den Säugling, eine weitere nahm die älteren Geschwister zu sich.“ Mittlerweile ist gerichtlich geklärt, dass die Kinder nicht zu ihrer Mutter zurück können. Für den Kleinsten ist bereits eine langfristige Pflegefamilie gefunden, die beiden anderen Geschwister wechseln in eine stationäre Einrichtung der Jugendhilfe.
Selten sind solche Fälle nicht. „Kindeswohlgefährdung“ lautet der offizielle Ausdruck, wenn das Jugendamt Kinder innerhalb weniger Stunden aus ihren Familien nehmen muss. Über unsere Familiäre Bereitschaftsbetreuung werden sie dann in Betreuungsfamilien vermittelt. Bei ihnen bleiben die Kinder in der Regel bis zu drei Monaten. In dieser Zeit wird geklärt, wo sie langfristig leben können.
Für schnelles und kurzfristiges Handeln benötigen unsere Mitarbeiter als auch die Betreuungsfamilien eine Grundausstattung. Infolge der neuen EU-Norm fehlen aktuell Auto-Kindersitze in verschiedenen Größen. Auch Kinder- und Zwillingswagen sind nie in ausreichender Zahl vorhanden. Wollen Sie diese direkte und unbürokratische Hilfeleistung unterstützen? Wir sind für jede Spende unter dem Stichwort „Bereitschaftsbetreuung“ dankbar! Helfen können Sie hier.
Regelmäßig kommen Kinder in die vorläufige Obhut unserer Betreuungsfamilien.